|
Brunsbütteler Fischerboot Katharina oder "Bru8"
Walter Hermann war Brunsbüttels letzter Berufsfischer, 1899 geboren, 1971 gestorben. Sein Fischkutter: BRU 8 Katharina, erbaut 1906 in Cranz, Neuenfelde. Walter Hermann hatte seinen Liegeplatz im Alten Hafen nahe dem Krabbenschuppen. Während des Büttfischens um 1947 herum hatte er häufig die von den Dampfschiffen über Bord gekippten Schlacken im Netz. Die 15,10 Meter lange und 4,50 Meter breite hölzerne „BRU 8“ war seit 1937 durch Hermann als Fischereifahrzeug angemeldet und fuhr mit zwei Mann Besatzung; abgemeldet wurde das Schiff am 31.12.1964. Ab 1965 wurde „BRU 8“ von Walter Hermann und dessen Frau als Wohnschiff genutzt; der Kutter wurde 1969 abgewrackt. Der riesige Anker (Draggen) liegt heute auf einem Steinsockel vor dem Heimatmuseum in Brunsbüttel. Dieses Gerät musste so groß sein, da es die „Katharina“ auch während des Fanges mit beidseitig ausgestellten Netzen sicher im Strom halten musste. Häufig saß der Fischer nach Feierabend auf einer Holzbank am alten Hafen. Diese wurde auch Lügenbank genannt; denn Walter Hermann übertrieb häufig mit seinen Worten. Wahrheit und Unwahrheit lagen wohl nahe beieinander. Bezeichnen wir es freundlicherweise als "Seemanngarn". Wenn Walter Hermann von der Elbe zurück kam und nach seinem Fang gefragt wurde, meldete er zum Beispiel 10 volle Kisten Bütt - obwohl nur eine unter Deck stand. Besonders geschmunzelt haben die Hermann-Kenner, wenn dieser den Touristen seine Geschichten erzählt hat. Sie fanden sie höchst interessant und glaubten ihm anscheinend alles. Das machte Walter Hermann zum Original! |
|
|
|
|
|
||